#1 Die vier Sonnenfeste in Kurzfassung von Catrin 05.01.2015 14:29

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Das Julfest

Mit der Wintersonnenwende beginnen die 12 heiligen Nächte der Julzeit. Die erste Nacht findet zum Zeitpunkt der Sonnenwende statt; sie heißt auch Mütternacht. Die letzte Nacht ist die Perchtennacht, die nochmals besonders gefeiert wird.

Man schmückt zur Julzeit die Stuben mit Tannengrün und Stechdornzweigen, beschenkt sich, um im neuen Jahr Wohlstand zu haben, und tätigt vielerlei Orakel. Gottheiten des Festes sind vor allem Odin, Frigg und Freyr, aber auch die Sonne, welche nun neu geboren wird. Eine besondere Opfergabe ist ein Kuchen in Form des dem Freyr geweihten Julebers; auf dem Haupte des Ebers werden Gelübte für das kommende Jahr abgelegt. Auch haben die Träume in den Zwölften eine wichtige Bedeutung für das neue Jahr.

Das Osterfest

Zur Frühlingsgleiche wird das heidnische Ostarafest gefeiert. Es ist der Zeitpunkt, wo die Tage wieder länger werden als die Nächte und somit die Sonne den Kampf gegen die Winterriesen endgültig gewonnen hat. Es ist der Beginn des Frühlings, welcher dann im Mai vom Sommer abgelöst wird.

Die wichtigsten Gottheiten des Ostarafestes sind natürlich Ostara, Thorr und Tyr. Thorr erwacht von seinem Winterschlaf und holt sich seinen Hammer aus dem Reich der Riesen zurück (siehe Thrymskvidha). Das erste Thing des Jahres wird in dieser Zeit abgehalten.

An Opfergaben zu Ostern sind überliefert: Eier (besonders rot bemalte), Osterzopf, Brezeln und allerlei österliches Backwerk. Für Donar/Thorr sind auch Schafs- oder Ziegenkäse gut als Speise geeignet.
Ein wichtiger Brauch ist das Osterwasserschöpfen, was noch vor Sonnenaufgang erfolgen muß. Man muß dabei schweigen und darf sich auf dem Weg nicht umdrehen. Diese Wasser ist geheiligt und magisch; man kann es als Weih- und Waschwasser verwenden.

Das Mittsommerfest

Die Mittsommernacht ist voller Zauber. Es erblühen magische Kräuter, versunkene Dörfer tauchen auf, Schätze können gehoben werden, Geister erscheinen.

Es ist der Höhepunkt des Lichtes und der Sonnenkraft. Der Lichtgott Baldr stirbt in der Blüte seines Lebens, denn von nun an werden die Tage wieder kürzer. Das Mittsommerfeuer heißt im Norden "Baldrs Bal" (Baldrs Bühle=Scheiterhaufen). Andere wichtige Gottheiten dieses Festes sind Wodan, Donar, Frija und Sunna.

Man tanzt um den Mittsommerbaum und das Sonnenwendfeuer, bindet sich Gürtel aus Beifuß um und springt damit über die Flammen, um gesund zu bleiben. Das Feuer reinigt nämlich und vertreibt Krankheitsgeister.

An Opfergaben eignen sich Sonnengebäcke, Brot und Kuchen (besonders Hollerküchlein aus Holunderblüten), Butter, Käse, Johannisbeeren, Erdbeeren, Kirschen. Man trinkt Bier und/oder Met.

Das Herbstfest

Zum Dank bäckt man nach der Ernte für das Herbstblot besondere Gebildbrote, die den Göttern geopfert werden. Früher ließen die Bauern auch einige Halme des Getreides für die Roggenmuhme (die Erdgöttin) stehen, damit sie überwintern und im nächsten Jahr wieder ihre schützenden Arme über der Saat ausbreiten konnte.

Gebete vor und nach der Ernte, Aufheben der ersten geschnittenen Garben oder Weihe des Getreides sind heute noch manchenorts verbindliche Bräuche. Auch kleidet man sich in vielen Gegenden wie früher besonders festlich mit der typischen Tracht, wenn der Tag der Ernte gekommen ist, um damit die Freude über den reichen Segen zum Ausdruck zu bringen. Es werden Tänze aufgeführt, Bier getrunken und das Herbstfest fröhlich gefeiert.

Welcher Bauer zu gierig war und sein Feld vollständig aberntete, wurde im nächsten Jahr vom Unglück verfolgt. Das zu einer Figur, dem Wold, aufgestellte Getreide erinnert an eine Menschenform, die einstmals als erster oder letzter Schnitt unter Geläut und mit Bändern geschmückt als "Erntegeist" hoch auf dem Wagen eingefahren und verehrt wurde. Es ist ein Sinnbild des Gottes Wodan, für den man zum Herbstfest singt, tanzt und blotet.

Kreuzweise (Gibu-Rune!) zum Erntedank an den Giebel genagelte Getreidehalme schützen das Haus vor Blitzschlag. Auch die Tiere werden zum Erntedank geschmückt und bekommen ihre besondere Hafergarbe; so erhält auch Wodans Roß eine solche Garbe.

Die den Göttern nachgebildeten Brote werden verzehrt, damit deren Kraft in die Menschen übergehen kann. Die Götter werden gütig gestimmt werden, um die Ernte im darauf folgenden Jahr wieder so reich ausfallen zu lassen.

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