#1 Das Böse und der Tod von Geza v. Nahodyl Nemenyi 21.11.2017 13:54

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Das folgende Statement hat Jens-Adolf Frese (Festus), der einst in der HG Mitglied war, in Facebook am 19.11. geschrieben:

Zitat
Ich habe jetzt der Tod ist mein Beruf von Robert Merle schon mehrmals gelesen, und bin aber immer noch nicht dahinter gekommen was macht einen Menschen zu einem Monster. Menschen können solche Dinge nicht tun! Menschen können nicht einige Millionen Menschen umbringen oder umbringen lassen das geht einfach nicht. Das funktioniert nicht. Es muss also etwas existieren was den Menschen den handelnden oder Befehlen den Menschen außerhalb der Gattung Mensch bringt.



Hier meine Antwort dazu:

Hallo Jens,

Deine Eingangsfrage ist durch einen klaren Standpunkt bedingt: Gut und Böse. Und daß der Tod ,,böse" ist.
Gut und Böse aber sind relativ, nicht objektiv. Wenn der Wolf ein Reh reißt, ist das für das Reh und seine trauernde Familie ,,böse", es ist Leid entstanden. Für den Wolf allerdings und seine hungernden Jungen war es ,,gut". Das ist nun genauso beim Menschen, der Dieb, der etwas stiehlt, für den (aus seiner Sicht) ist es ,,gut", weil er ja davon leben kann, für den Bestohlenen ist es aber natürlich ,,böse". Es kommt also nur auf unsern Ausgangsstandpunkt an, ob wir dieselbe Handlung als ,,gut" oder ,,böse" ansehen. Somit gibt es ein absolutes Böses nicht, also eine Handlung, die nach jedem möglichen Standpunkt immer nur ,,böse" ist. Jeder, der noch so unethisch (nach unserem Standpunkt) handelt, bezweckt damit etwas, das für ihn ,,gut" ist.
Der Tod ist für uns das Schlimmste, das Böseste, was uns passieren kann. Die Tötung von Menschen (Mord, Massenmord) also ein veranscheuungswürdiges Werk des Bösen. Aber auch hier gilt, daß der Mörder etwas bezweckte, das in seinen Augen ,,gut" oder ,,nützlich" war. Der ganze Unterschied in der Wahrnehmung liegt also darin, daß wir und der Mörder einen unterschiedlichen Ausgangsstandpunkt haben. Und dieser Standpunkt ist von unser Erziehung, Religion, unser Kultur abhängig. Das ist nun gerade das Problem mit der Einwanderung von Menschen anderer Kulturen und Religionen, derren Ausgangsstandpunkte eben anders sind. Deswegen verüben sie Dinge, die wir als ,,böse" definieren. Der fromme Moslem sieht sich selbst auf der Seite des Guten und Reinen (halal), uns westlich-dekadente Menschen als Ungläubige aber auf der Seite des Bösen und Unreinen (haram). Uns zu töten ist nach seinem Ausgangsstandpunkt eine Tat des Guten, da er die Welt von einem unreinen bösen Ungläubigen befreit hat. Unser Toleranzgerede ist für ihn der Versuch des Satans, ihn zu bequatschen um ihn vom wahren Weg des Propheten abzubringen. Deswegen werden wir Anschläge, Messerstechereien, Vergewaltigungen usw. in Zukunft noch viel häufiger erleben, als bisher.
Der andere Gedanke ist der, daß für religiöse Menschen fast jeder Religion der Tod nur ein Durchgangsstadium in die andere Welt ist. Er steht uns allen bevor, ob wir Mörder oder Heilige sind. Der Tod macht alle (dem Erdboden) gleich. Somit bedeutet ein Mord nur, daß der Tod des Ermordeten etwas früher eintritt, als erwartet, mehr nicht. Er würde auch ohne den Mörder irgendwann sterben. Nur den Atheisten ist der Tod das absolute und vollständige Ende und daher muß alles getan werden, um ihn so lange wie möglich zu verhindern. Das erinnert an den König im Märchen von Dornröschen, der alle Spindeln im Lande verbrennen ließ und doch nichts verhindern konnte. Wenn also das Böse in der Argumentation mit dem Tod zusammengebracht wird, dann ist das eine Argumentation aus dem atheistisch-materialistischen Standpunkt heraus.
Dann kommt für religiöse Menschen noch hinzu, daß sie an eine höhere Macht glauben, die auch die Länge unseres Lebens genau bestimmt hat. In Bibel und Edda ist dieser Glaube enthalten. Somit kann kein Mörder, selbst wenn er es wollte, einem Menschen das Leben verkürzen, dem es nich von den Göttern vorherbestimmt ist. Verhindern wir also den Mordanschlag, dann war uns der Tod noch nicht bestimmt, oder - so er uns bestimmt war - wir sterben an einem Verkehrsunfall, einer Krankheit oder dergl. trotzdem, kurz später. Da gibt es interessante Fälle, die ich sammle.
Aber, Festus, so ein Thema wäre besser in einem Forum diskutiert. Ich kann nicht verstehen, warum man das unübersichtliche und benutzerunfreundliche Facebook-System dafür bevorzugt. Was ist so schlimm daran, sich in einem Forum zu registrieren, z. B. bei uns?

Lichtgruß
Geza

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