#1 Fasnacht-Disablót von Catrin 05.01.2015 01:22

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Die Fasnacht ist ein bis heute bekanntes und beliebtes, ursprünglich heidnisches, Fruchtbarkeitsfest, welches sich von dem Begriff „fasen“, „fruchtbar machen“ ableitet. Es ist vor allem ein Fest für die Vanengötter, welche für die Fruchtbarkeit auf Erden zuständig sind. Im Norden heißt das Fest auch „Fröblót“, nach dem Gott Fro/Freyr, dem Spender des Reichtums und der Fruchtbarkeit. Auch bei uns in Brandenburg gab es bis Mitte des 20. Jhs. zahlreiche Fasnachtsbräuche, die heute leider immer mehr in Vergessenheit geraten. Einer dieser Bräuche ist das Zempern oder Kariedeln; so nennt man hier das Heischen von Gaben unter Aufsagen bestimmter Sprüche.

In früheren Zeiten gingen zu Fasnacht Heischende vermummt umher und trugen Masken und Verkleidungen, welche ihren Ursprung in heidnischen Gottheiten und Geistwesen hatten. So gab es den Schimmelreiter, welcher den Gott Wodan darstellte. Als Maske diente ein Pferdekopf, dessen Kiefern man mithilfe einer Schnur klappern lassen konnte. Dem Maskierten wird außerdem ein Sieb vorne auf die Brust, und hinten ein anderes auf den Rücken gebunden; darüber trägt es ein großes weißes Leinentuch. Ein anderer verkleidete sich als Bär, dem Sinnbild des Winters mit seinem dicken Pelz. Eine andere Person trug eine Maske, welche hinten und vorne ein Gesicht hatte; den doppelköpfigen Gott Janus der Römer, welcher das alte und das neue Jahr symbolisiert und von dem sich der Monatsname Januar ableitet. Ein weitere verkleidete sich als Storch, dem Sinnbild des wiederkehrenden Frühlings. Die Umherziehenden sind mit Birkenruten als Lebensruten bewaffnet, mit denen sie die ihnen Begegnenden schlagen; damit vertreiben sie von denen Unheil und Krankheiten. Auch wird Lärm gemacht, um die Unholde des Winters auszutreiben.

Man gedenkt beim Opfern vor allem der Disen, der schützenden weiblich Geistwesen, weshalb das Fest auch Disablót heißt

#2 RE: Fasnacht-Disablót von Catrin 04.02.2015 10:55

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Gestern abend bei unserem Fasnachtfest schneite es etwas, und der Schnee gab dem ganzen eine verzauberte Stimmung. Als wir mit dem Fest begannen, schrie als erstes ein Falke, gefolgt von dem Ruf eines Raben, was als günstiges Zeichen der Götter anzusehen ist. Als Opfergaben wurden Brezel, Mohnkranz, Krapfen in Herzform und Spritzkuchen niedergelegt. Die angerufenen Gottheiten waren Njörd, Njörunn, Freyr und Freya. Den Disen wurde ebenfalls geopfert, daher heißt dieses Fest ja auch Disablót.

#3 RE: Fasnacht-Disablót von Hüter der Haine 04.02.2015 11:58

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Das sieht ja auch wie im Märchenland :D. Das ist bei euch im Garten (3 Götterstatuen) ?

Bei mir war zwar nur ein bisschen Schnee, aber ich habe auch etwas interessantes erlebt:
Vor dem Fest bin ich zum Friedhof gelaufen, um meiner verstorbenen Großmutter, die ich jedoch nie kennen gelernt habe, Gaben zu geben.
Als ich nun zum Friedhof ging, war der Weg auffällig gespickt von Tauben und Raben, sowie ein paar kleineren Vögeln. Die Tauben waren am meisten präsent und riefen teilweise auch mit den Raben/Krähen. Soweit ich mich errinnern kann, saßen alle rechts von mir hintereinander auf Bäumen. Manche von den beiden Vogelarten flogen auch von rechts nach links vor mir weg oder über mir drüber. Dazu lief mir ein roter Kater auch von rechts nach links vor mir über den Weg. Der Rückweg war ähnlich. Nur daß diesmal die Raben am präsentesten waren, während die Tauben schwiegen und zuschauten. Die Raben riefen auch. Die meisten von ihnen waren auch wieder dann vom Rückweg aus gesehen auf der rechten Seite.
Beim Jahresfest war es nicht anders. Habe viele Vögel vor, während und nach gesehen.
Ich vermute, daß sich die Götter und Verstorbenen in den Tieren gezeigt haben, sodaß eher die Jahresfestbedeutung im Vordergrund stand, statt eine speziellere Bedeutung, meint ihr nicht?. Das war wirklich schon sehr auffällig, was da passiert ist. Aber es war schön.

#4 RE: Fasnacht-Disablót von Catrin 04.02.2015 14:55

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Ja, Vögel erscheinen oft als Boten von Göttern, Disen oder Ahnen.

Hier der Götterteil der Fasnachts-Gaben auf dem Näpfenstein im Heiligtum:

Fasnacht2015.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)

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