#1 Gedichte von Fahrenkrog von Catrin 04.01.2015 22:34

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Jedem das Seine

Ich mag eure dunkle Kirche nicht!
Ich liebe die helle Sonne!
Und tausendmal lieber ist mir mein Weib
Als eure gemalte Madonne.

Und tausendmal lieber ist mir der Sohn,
Den mir meine Fraue geschenkt hat,
Als euer vergoldetes Kruzifix,
Das Arme und Beine verrenkt hat.

Ich mag überhaupt das Weltfremde nicht,
Was frostig, vergilbt oder tot ist.
Ich liebe das Leben, die Freude, das Licht
Und das Blut, wenn es sprudelt und rot ist.



Deine Tat bist du!

Deine Seele schreitet in ihren Taten fort.
Keine Kraft geht im Raume verloren -
noch hat jede Tat eine neue geboren,
fortzeugend von Ort zu Ort.

In aller Sonnen Mitte ruht ein tiefer Spiegel:
nach ihm verlangen aller Erden Dinge,
in ihm vollenden sich der Ringe Ringe;
vor ihm sind Tor und Riegel weit aufgetan!
Diese Früchte aller Saaten,
die je gesät, schaun aus dem Grund dich an
und wiederkehren längst gezeugte Taten.

So treten auch die Deinen dir entgegen
als deine Seele, die du ausgesandt -
in Lieb und Haß, in Fluch und Segen,
in Huld und Hohn, im Schmerz und auch im Glück.
Es reicht dein Echo dir die eigne Hand:
Du wirst, was du getan; denn du bist dein Geschick.

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