#1 Die Jagd auf Tiere von Catrin 04.01.2015 17:08

avatar

In früheren Zeiten war es des öfteren notwendig, Wildtiere zu jagen und zu essen, um selber nicht zu verhungern, vor allem in den kalten Klimazonen. Als man später Nutzvieh hielt, wurde dieses seltener nötig. Wenn ein naturreligiöser Mensch auf die Jagd ging, so wurde zuvor immer ein weiser Mann oder eine weise Frau gebeten, Kontakt zur Herrin/zum Herren der Tiere aufzunehmen und sie um die Freigabe eines oder mehrere ihrer Wildtiere zur Jagd zu bitten. Bei uns ist Frau Holle/Harke die Herrin der Tiere. Man durfte ohne ihre Erlaubnis kein Wildtier jagen. Auch mußte man für den Jagderfolg Opfer bringen und die Seele des getöteten Tieres versöhnen, sie um Verzeihung bitten. Und das getötete Tier mußte auf ganz bestimmte Weise aufgebrochen und verteilt werden.

Heute sieht das alles ganz anders aus: Der Mensch besitzt hierzulande reichlich Nahrung und ist nicht mehr darauf angewiesen, Wildtiere zu töten. Doch leider gibt es trotzdem noch Menschen, die sich Jäger nennen, und Wildtiere umbringen. Nicht weil sie Hunger haben, sondern aus Spaß am Töten. Ich erlebe es in meiner Gegend, wie Jäger aus Westdeutschland hier nach Brandenburg kommen, weil sie bei sich daheim schon alles Wild weggeschossen haben, und den Waldpächtern Tausende Euro zahlen, um hier Tiere erschießen zu dürfen. Sie töten einfach die Tiere, ohne die Herrin der Tiere um Erlaubnis zu fragen und ohne die Seele des Tieres zu versöhnen. Diese Jäger sind weiter nichts als schießwütige Gesellen, die durch das Töten ihr Machtbedürfnis befriedigen. Sie tun es nicht aus Hunger, sondern nur aus abartiger Lust am töten. Sie beleidigen mit ihrem Verhalten die Seelen der Tiere, die sich dann ganz aus dieser Welt zurückziehen und sich hier nicht mehr neu verkörpern. Aber sie rächen sich an dem Menschen, der ab seiner Freveltat ein "Zeichen" trägt, an dem ihn die Geister erkennen. Das Leben ein solchen Jägers wird von nun an viel weniger glücklich verlaufen und er wird mit vielen Feindseligkeiten zu rechnen haben.

Oft kommt das bei den Jägern ach so beliebte Argument mit der angeblichen Überzahl des Wildes und den "Wildschaden" durch Verbiß und dergleichen. Dabei waren es die Jäger, und zum Teil auch die Bauern, welche die natürlichen Raubtiere ausgerottet haben. Denn diese haben immer für einen gesunden Wildbestand gesorgt. Man hat den Tieren den Lebensraum entzogen und behauptet heute, es sei kein Platz mehr für sie da. Anstatt Lebensraum zu schaffen! Ein gesunder Mischwald mit Bäumen der verschiedensten Altersklassen verkraftet außerdem einen gewissen Verbiß durch Wild. Und warum wird das Wild im Winter durchgefüttert, anstatt es der Natur zu überlassen? Würde man es nicht durchfüttern, würde die Zahl an Wildtieren auch nicht so groß werden.

Es ist ein Frevel, ein Tier ohne Not zu töten. Es ist Frevel, der Herrin der Tiere ohne ihre Erlaubnis Tiere zu stehlen. Es ist ein Frevel, eine Tier zu töten, ohne seine Seele zu versöhnen. Es ist ein Frevel, ein Leben zu nehmen ohne dafür etwas zu geben.

Mit den Pflanzen verhält es sich ähnlich; auch abgerissene Pflanzen leiden, darum muß man sie vor dem Abschneiden/Ernten um Verzeihung bitten, ihnen erklären, wofür man sie benötigt und ihnen versichern, daß man nicht alle von ihnen abschneiden wird. Daran muß man sich dann auch halten.

Die Pflanzen werden Anzeige gegen ihre Peiniger erstatten, vor den Göttern und Geistern, die dann entsprechend die schuldigen Menschen bestrafen werden.

#2 RE: Die Jagd auf Tiere von Tobias 19.01.2015 20:39

avatar

Ist es möglich, nachträglich die Götter um Verzeihung zu bitten dafür das man Tiere getötet hat?
In meinem Fall waren es Fische, welche aber als Nahrung getötet wurden.
Mittlerweile kann ich es nicht Mals mehr übers Herz bringen ein Insekt zu töten.

Eventuell könnte ich ja ein wenig "wieder gut machen" durch ein Opfer. In Deinen Ausführungen schreibst Du von dem töten von wilden Tieren, muss man differenzieren zwischen Gefangenen und freien Tieren? Ich hatte gedacht das es da kein Unterschied gibt.

#3 RE: Die Jagd auf Tiere von Catrin 20.01.2015 17:28

avatar

Es ist besser, die Seele des Tieres dann um Verzeihung zu bitten, wenn sie noch im Umfeld des Tierkörpers weilt, denn später ist ja bereits weit fort. Aber natürlich kann man es versuchen, vielleicht dringt dennoch etwas von der Entschuldigung durch oder wird von anderen Geistwesen weitergeleitet. Bei den Göttern kann man sich jederzeit entschuldigen, am besten dadurch, daß man der Gottheit der Tiere etwas niederlegt, Früchte, Gebäck oder Münzen z. B.
Aber das ist eine Ausnahme; man sollte immer die Götter vorher um Erlaubnis fragen, wenn man etwas aus der Natur ihnen nimmt.

Das Töten von Wildtieren ohne Erlaubnis ist ein Diebstahl gegenüber den Göttern. Wenn man ein eigenes Haustier tötet, dann ist das eine Sache zwischen der Seele des Haustieres und dem Tötenden, da muß er "nur" die Tierseele versöhnen, nicht die Götter vorher fragen. Die Macht von unversöhnten Tiergeistern ist nicht zu unterschätzen; sie können dem Tötenden Unheil bescheren, ihm z. B. Krankheiten anzaubern.

#4 RE: Die Jagd auf Tiere von Erwin 01.02.2015 18:26

avatar

..bei uns im Ort wurde ein Jäger bei der Treibjagd und Fangschußversuches einer angeschossenen Wildsau, dieser von dem wunden Tier angegriffen und an den Beinen verletzt.

Ich sag das, was mir gerade bei dem Zuhören dieser Nachricht durch den Kopf ging: Die Natur hat die Schnauze voll von Leuten, die meinen, "wir Viecher" sind zum Privatvergnügen das "Opferlamm" für Ignoranten.

Wildsau = Kampfsau = Einherjermahl = ......................

Wenn der Mann aus dem Krankenhaus zu Hause ist, sag ich ihm, er hat mir eine Große Freude gemacht, so sportlich mit dem Tod gespielt zu haben.(Ironie!)

#5 RE: Die Jagd auf Tiere von Micha 23.02.2018 06:40

avatar

Verstehe ich das richtig das dann ein Haustier kein Geschöpf von Mutter Natur ist? Und deshalb müsste ich beim töten dieses Tieres nur seine Seele um Zustimmung bitten. Ich sehe es ja eher so das jedes Tier ein Geschöpf von Mutter Natur ist und man da immer die Götter fragen muss.

#6 RE: Die Jagd auf Tiere von Geza v. Nahodyl Nemenyi 27.02.2018 14:20

avatar

Das Haustier lebt im eigenen Haushalt und man hat es selbst aufgezogen. Das gibt einem gewisse Rechte (früher war es sogar gesetzlich nicht verboten, einen im Haushalt lebenden Knecht (Unfreien) zu erschlagen - kam aber höchst selten vor).
Natürlich hat auch das Haustier eine Seele, aber wenn die Seele das Kriterium ist dafür, daß man nicht töten darf, dann müssen wir verhungern, denn auch Pflanzen haben Seelen.

Lichtgruß
Geza

Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen
Datenschutz